Von Pfaden zu den Autobahnen

Wir sind uns der Strassen gar nicht mehr bewusst, so selbstverständlich sind sie für uns geworden. Mit der zunehmenden Mobilität und der Entwicklung in der Fahrzeugtechnik hatte sich auch der Strassenbau anzupassen. Hier ein kurzer Abriss über die Geschichte der Strassenbeläge.

Prügelweg am Nünalpstock (Foto: ViaStoria)

Erd- und Prügelweg

Erdwege besitzen kein festes Bett, ihre Begeh- und Befahrbarkeit ist daher stark vom Wetter abhängig. Feuchter Untergrund wurde durch das Auslegen von Holzprügeln verfestigt. Bis in das 18. Jahrhundert waren die meisten Wege einfache Erdwege. Wo der Boden feucht und tief war, behalf man sich mit einer Prügellage und in den Städten und bei besonders exponierten Stellen mit Pflästerungen.

Chaussee oder Kunststrasse

(Foto: Centre d’icono-graphie genevoise)

Chaussee oder Kunststrasse

Die Chausseen, die man seit Mitte des 18. Jahrhunderts baute, waren seit der Antike die ersten durchgehend mit einem soliden Bett gebauten Verkehrswege. Die Chausseen bestanden aus einer auf dem gewachsenen Boden eingebrachten Steinbett, hochgestellten, untereinander verkeilten Steinen, einer darüber liegenden Schicht von gebrochenem Schotter und einer abschliessenden feineren Schotterschicht.

Sustenpass um 1945.

(Foto: Ernst Brunner)

Macadam-Strasse

Der Schotte John Loudon McAdam (1756–1835) entwickelte ein vereinfachtes und damit preisgünstiges Verfahren für den Bau eines soliden Strassenkörpers. Das Bauprinzip McAdams beruhte auf regelmässigem, schichtweise eingebrachtem Schotter, der verdichtet eine einzige, kompakte Lage bildete.

Pflästerungsarbeiten am Albulapass in den 1930er-Jahren

(Foto: TBA Graubünden)

Kleinsteinpflästerung

Die Kleinsteinpflästerung steht am Ende einer jahrhundertealten Tradition gepflästerter Strassen. In den 1880er-Jahren entwickelt, wurde sie besonders in Städten und auf viel befahrenen Strassen eingebaut. Die grösste Verbreitung dieser Oberflächenbefestigung erhielt dieses Bauprinzip in den 1930er- und den 1940er-Jahren. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg galt die Kleinsteinpflästerung neben der Betonstrasse als dauerhafteste, griffigste, wenn auch teuerste Strassendecke.

Oberflächenteerung in Basel im Jahr 1915.

(Foto: Staatsarchiv Basel-Stadt, AL 45, 6-101-1)

Oberflächenteerung

Bei der Oberflächenteerung wurde die trockene Schotteroberfläche mit Teer bespritzt und mit Brechsand abgestreut. Die in der Schweiz seit Mitte der 1910er-Jahre angewandte Teerung diente in erster Linie, den Strassenstaub zu finden, ein Problem, das mit dem Aufkommen des Autoverkehrs entstanden war.

Asphaltieren

(Foto: Walo Bertschinger)

Bitumenbelag

Die Asphaltstrasse ist heute am weitesten verbreitet. Sie besteht im Querschnitt aus dem Unterbau einer massiven, verdichteten Schotterschicht, einer Tragschicht und einer Deckschicht. In der Zwischenkriegszeit kamen lokal sehr begrenzt verschiedene massive Deckenbeläge wie Stampfasphalt und Gussasphalt zur Anwendung. Man verwendete dafür bis in die 1920er-Jahre auch noch den Naturasphalt, der vor allem im Val de Travers abgebaut wurde. Erst mit dem synthetischen, als Nebenprodukt der Erdöldestillation anfallenden Bitumen war die Grundlage einer grösseren Verbreitung des Verfahrens gegeben.

Betonstrassenbau

in den 1950er-Jahren

(Foto: Walo Bertschinger)

Betonstrasse

Erste Versuche mit Betonstrassen fanden in den 1910er-Jahren statt. Seit Ende der 1920er- und in den 1930er-Jahren waren sie überhaupt die ersten staubfreien Oberflächen, die dem Schwerverkehr eine ausreichend tragkräftige Oberfläche boten. Ebenfalls im Betonstrassenbau erfolgte zum ersten Mal überhaupt in den 1930er-Jahren ein mechanisierter Einbau.

>> ViaStoria - Zentrum für Verkehrsgeschichte